Die Frage TransAcoustic oder AURES 2 stellt sich, wenn ein akustisches Klavier mehr können soll als nur akustisch klingen: leiser spielen, per Kopfhörer üben, eigene Aufnahmen einbinden. Beide Systeme lösen das auf demselben Weg und doch unterschiedlich.
Das Besondere: Weder Yamaha noch Kawai bauen externe Lautsprecher ein. Statt einer Box regt ein Transducer den Resonanzboden des Klaviers an, sodass der digitale Klang aus dem Korpus des Instruments selbst entsteht. Das Klavier bleibt dabei ein vollwertiges akustisches Klavier mit echten Saiten.

Ein massgeschneiderter Transducer im Resonanzboden
Ideal für: Wer den vertrauten Yamaha-Klang und ein dezentes, in die Mechanik integriertes System sucht.
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Vier Onkyo-Transducer für einen breiteren Klang
Ideal für: Wer einen vollen, raumfuellenden Digital-Sound aus dem Resonanzboden bevorzugt.
Alle Klaviere - Neu ansehen →01Das gemeinsame Prinzip: Resonanzboden statt Lautsprecher
Beide Systeme sitzen in einem ganz normalen akustischen Klavier mit Saiten und Resonanzboden. Der Unterschied zu einem reinen Silent-System: Beim Spielen mit Kopfhörer werden in beiden Fällen die Hämmer kurz vor den Saiten gestoppt und optische Sensoren lesen den Anschlag aus. Soweit verhalten sich TransAcoustic und AURES 2 wie ein Silent-Klavier.
Der eigentliche Clou kommt ohne Kopfhörer zum Tragen. Ein Transducer, also ein elektromechanischer Wandler, überträgt den digitalen Klang als feine Schwingung direkt auf den hölzernen Resonanzboden. Dieser schwingt mit und gibt den Ton an den Raum ab, genau wie bei akustischem Spiel. Es gibt keine sichtbare Box, der Klang kommt aus dem Klavier selbst und lässt sich stufenlos in der Lautstärke regeln.


02Yamaha TransAcoustic im Detail
Yamaha verbaut in seinen TransAcoustic-Modellen einen eigens für Klaviere entwickelten Transducer. Herkömmliche Wandler wären zu schwer und würden den Resonanzboden in seiner akustischen Funktion stören. Yamahas Lösung ist leicht genug, um den Boden frei schwingen zu lassen und gleichzeitig den digitalen Klang sauber zu übertragen.
Die aktuelle Generation trägt die Bezeichnung TA3 bei den größeren Klavieren und Flügeln sowie TC3 bei den kompakteren Modellen. Klanglich bleibt man in der vertrauten Yamaha-Welt, das Sampling stammt aus den Konzertflügeln des Hauses. Wer ohnehin den Yamaha-Charakter schätzt, findet hier ein dezent integriertes System, das das Spielgefühl des akustischen Klaviers nicht verändert.


03Kawai AURES 2 im Detail
Kawai geht beim AURES 2 einen ähnlichen, aber breiter ausgelegten Weg. Statt eines einzelnen Wandlers arbeiten hier vier in Zusammenarbeit mit Onkyo entwickelte Transducer, die direkt auf dem massiven Fichten-Resonanzboden sitzen. Zwei davon decken den tiefen bis mittleren Bereich ab, zwei den hohen. Das Ziel ist ein besonders voller, raumfuellender Klang.
Weil der gesamte digitale Ton über den Resonanzboden entsteht, klingt das AURES 2 nicht wie eine Box im Klavier, sondern trägt die natürliche Klangcharakteristik des Holzes mit. AURES 2 ist die zweite Generation des Systems und setzt gegenüber dem ersten AURES auf zusätzliche Transducer für mehr Klangtiefe. Verfügbar ist es unter anderem auf den beliebten K-Serie-Klavieren von Kawai.


04Die Unterschiede auf einen Blick
In der Grundidee sind sich TransAcoustic und AURES 2 sehr ähnlich: ein akustisches Klavier, dessen Resonanzboden den Digital-Sound trägt. Die Unterschiede liegen im Detail der Umsetzung, in der Markenwelt und im Klangcharakter.
| Merkmal | Yamaha TransAcoustic | Kawai AURES 2 |
|---|---|---|
| Transducer | Ein massgeschneiderter Wandler | Vier Onkyo-Transducer |
| Klangerzeugung | Sampling aus Yamaha-Konzertflügeln | Kawai-Klangengine |
| Modellbezeichnung | TA3 / TC3 | AURES 2 (zweite Generation) |
| Saiten und Mechanik | Voll akustisch spielbar | Voll akustisch spielbar |
| Klangcharakter | Dezent, vertraut Yamaha | Voll, raumfuellend |
05Für wen passt welches System
Beide Systeme richten sich an Spielerinnen und Spieler, die ein echtes akustisches Klavier wollen, aber zusätzlich flexibel sein möchten: leiser üben, ohne die Nachbarn zu stören, per Kopfhörer am Abend spielen oder den eigenen Klang aufnehmen. Wer ein reines Silent-Klavier ohne Resonanzboden-Wiedergabe sucht, ist mit der Silent-Variante besser bedient. Wer keine Saiten braucht und ein vollständig digitales Hybrid-Instrument möchte, sollte sich unsere Beiträge zu den Hybridpianos ansehen.
Die Marken-Vorliebe gibt oft den Ausschlag: Wer den Yamaha-Klang gewohnt ist, bleibt mit TransAcoustic in seiner Welt. Wer den warmen, breiten Kawai-Charakter und einen besonders vollen Resonanzboden-Klang sucht, findet im AURES 2 das passende System. In beiden Fällen lohnt sich der Blick in die Klaviere - Neu, um Modell, Bauhöhe und Ausstattung aufeinander abzustimmen.
TransAcoustic oder AURES 2 ist letztlich weniger eine Frage der Technik als des Klangcharakters und der Marken-Vorliebe. Beide bringen den Digital-Sound auf elegante Weise aus dem Resonanzboden, beide lassen das akustische Klavier unangetastet. Wer beide Welten vergleichen möchte, findet die passenden Modelle direkt im Sortiment.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen TransAcoustic und einem Silent-Klavier?
Haben TransAcoustic und AURES 2 Lautsprecher?
Bleibt das Klavier ein vollwertiges akustisches Instrument?
Worin unterscheiden sich die beiden Transducer-Systeme klanglich?
Auf welchen Modellen sind die Systeme verfügbar?
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